48 h Wilhelmsburg 2016 – Rückschau

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„Beim Festival 48 h Wilhelmsburg geraten die Elbinselbewohner regelmäßig aus dem Häuschen und gehen in die ungewöhnlichen Spielstätten. Innerhalb von 48 Stunden 148 Konzerte an 63 verschiedenen Orten – ein Wochenende lang bespielen Musiker aus bekannten und noch nie gehörten Genres die Elbinseln. Das Festival 48 h Wilhelmsburg ist nicht das Musikspektakel mit den meisten Besuchern in Hamburg – auf jeden Fall ist es aber das Konzertereignis mit den meisten ungewöhnlichen Spielorten,“ schreibt Thomas Sulzyc im Hamburger Abendblatt vom 06.06.2016.

Auch dieses Jahr gab es wieder Konzerte in der Buchhandlung, im Ruderclub, in etablierten Veranstaltungszentren wie der Honigfabrik aber auch in privaten Wohnzimmern. Aber nicht nur die Spielorte waren ungewöhnlich und abwechslungsreich, sondern auch die Musik, die geboten wurde.

Neben Pop und Rock, Chorgesang und Chanson waren auch Klänge zu hören, die auf den Elbinseln eine neue Heimat gefunden haben. So spielte das Yilderim Trio zum Beispiel türkische Musik, die von Pop bis Klassik reichte und bei der Zugabe ließen sie sich sogar noch zur Interpretation eines türkischen Kinderlieds hinreißen. In der Klangwerkstatt für persische Musik konnte ebenfalls schönen Klängen gelauscht werden. Eine mitwirkende Teilnehmerin sagt dazu:

„Ich heiße Nasanin und komme aus dem Iran. Ich bin seit über drei Jahren in Deutschland. Mich integrieren und mit den Menschen und auch der Kultur, die mir nicht bekannt sind, umzugehen, war in den ersten zwei Jahren unglaublich schwierig, weil ich in diesem Land fremd war. Ich hatte keine richtigen Verbindungen und Kontakte. Ich finde solche Veranstaltungen sehr hilfreich. Wenn man an diesen Veranstaltungen teilnimmt fühlt man sich lebendig und im besten Fall findet man Zugang zur Gesellschaft und eine Möglichkeit um glücklich weiter zu leben. Als ich aus dem Land meiner Geburt weggegangen bin, habe ich nicht geahnt, wie lange es dauern würde, bis ich mit meiner neue Situation klar kommen würde und in welchem Bereich ich mich zurechtfinden könnte. In ähnlichen Veranstaltungen wie 48 h Wilhelmsburg habe ich ein paar Freunde gefunden, dort habe ich etwas Neues ausprobiert und gerade habe ich gute Kontakte. Bei 48 h Wilhelmsburg habe ich gesungen und auch den Workshop dazu gedolmetscht. Damit bin ich zufrieden und mache weiter. Ich spüre langsam, dass ich ein Teil des Landes, in dem ich meine Zeit verbringe, werde und fühle ich mich als Mitglied der Gesellschaft. Ich bedanke mich bei den Veranstalter/innen, die das Programm leiten, für Ihre unbezahlbare Arbeit.“

Oder wie Birgit Reuther vom Hamburger Abendblatt schreibt: „Worte wie „Vielfalt“, „Multikulti“ und „Miteinander“ werden ja gern so lange zu Tode zitiert, bis sie ihre Bedeutung zu verlieren scheinen. Umso großartiger, dass Veranstaltungen existieren, bei denen eben jene Tugenden ganz unaufgeregt und zugleich mit viel Euphorie zelebriert werden. Beim jährlichen Festival 48h Wilhelmsburg kommen Bands und Solo­artisten zusammen, die auf der Elbinsel leben, um ein Wochenende lang zu musizieren – für ihre Nachbarn, aber auch für Zugereiste, die nördlich der Elbe leben.“

Dankeschön für wunderbare 48h Wilhelmsburg 2016 – bis zum nächsten Jahr!

Hier geht es um das, was das Netzwerk von den Elbinseln bewegt.

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